Die LSFV-Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember bis 2. Januar geschlossen!

Die Existenz der Helgoländer Hummer sind bedroht. Ursache dafür sind die warmen Winter. Deshalg schlüpfen die Larven des Speisekrebses bei den relativ milden Wassertemperaturen zu früh, lautet das Zwischenergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekts der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH). Der Sprecher der BAH, Prof. Heinz-Dieter Franke, schätzte den Bestand der Tiere um die rote Felsinsel auf 10 000 bis 15 000. „Das ist zu wenig, um die Population langfristig zu erhalten“, sagte der Wissenschaftler.

Noch vor 80 Jahren wurden pro Saison rund 20 000 der bei Feinschmeckern beliebten Helgoländer Hummer gefangen. Jetzt finden die Fischer nur noch zwischen 200 und 300 Exemplare in ihren Fangkörben. Seit dem Jahr 2000 versuchen die Wissenschaftler der BAH in einem vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projekt, den Hummerbestand wieder aufzustocken.

Nach Erkenntnissen der Biologen können sich die ausgewachsenen Hummer in freier Wildbahn gut behaupten. Probleme habe jedoch der Nachwuchs. Normalerweise schlüpften die Larven im Frühsommer aus den Eiern und schwimmen sechs bis acht Wochen lang. In dieser Zeit häutet sich die Larve vier Mal, bevor sie zum Bodenleben übergeht.

Wegen der relativ milden Wintertemperaturen schlüpfen die Hummerlarven inzwischen schon sehr früh im Jahr. Die Sonne hat zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht genügend Kraft, das Wasser auf die für die Entwicklung der Larven idealen 16 Grad aufzuheizen. „Damit halsen sich die Tiere eine relativ lange Schwimmphase auf.“ Vor allem für Fische sind die Hummerlarven dann ein gefundenes Fressen. „Zusätzlich wird durch niedrige Wassertemperaturen die Häutung verzögert oder ganz verhindert“, sagt Franke. Das fortpflanzungsfähige Alter erreicht der Hummer frühestens mit acht Jahren.

„Wir sind sehr skeptisch, dass ein Wiederaufstockungsprogramm von Erfolg gekrönt sein könnte“, lautet Frankes Zwischenbilanz. „Die Außenbedingungen verhindern, dass Hummer geschlechtsreif werden und sich damit die Population auf Dauer in ausreichender Zahlenstärke erhalten kann.“ Endgültige Ergebnisse werde es jedoch erst am Ende des Forschungsprojekts geben.
Impressum