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Der Fischereischein

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Gegenfrage: Haben Sie nur den Fischereischein oder auch das Prüfungszeugnis verloren? Sie sollten es – wie alle anderen wichtigen Dokumente – sicher zu Hause verwahren. Beim Angeln werden Sie nicht nach dem Prüfungszeugnis gefragt. Wenn Ihnen das Prüfungszeugnis noch vorliegt, können Sie damit bei der örtlichen Ordnungsbehörde einen neuen Fischereischein beantragen.

Der LSFV ist als zentrales Archiv für in Schleswig-Holstein abgelegte Sportfischer- und Fischereischeinprüfungen eingesetzt worden. Unsere ersten Unterlagen stammen aus dem Jahr 1968.

Bis 1983 konnten man freiwillig an Sportfischerprüfungen teilnehmen. Ab dem 1. März 1983 regelte das Fischereirecht dann, daß eine Prüfung Voraussetzung zur Erlangung eines Fischereischeins wurde. Mit Einführung dieser Prüfungspflicht wurde auch die Weitergabe der Prüfungsunterlagen an den LSFV verbindlich. Unser Archiv ist also seit 1983 vollständig geführt. Hinsichtlich der früheren, freiwilligen Prüfungen war auch die Übermittlung der Unterlagen an uns freiwillig. Für die Zeit von 1968 bis 1983 ist die Aktenlage daher leider lückenhaft.

Suchaufträge können über ein entsprechendes Formular (Antrag auf Zweitschrift der Prüfungsurkunde zum Fischereischein) eingereicht werden. Das Archiv ist nach Prüfungsort und -datum geordnet.

War die Recherche erfolgreich, wird ein neues Prüfungszeugnis oder eine Bestätigung über die erfolgreiche Teilnahme an einer Sportfischerprüfung erstellt und auf dem Postweg zugeschickt. Dafür entstehen insgesamt Kosten in Höhe von 25,- Euro.

Mit dieser Bescheinigung kann dann regulär bei der örtlichen Ordnungsbehörde ein neuer Fischereischein beantragt werden.

Sie sollten das Prüfungszeugnis übrigens – wie alle anderen wichtigen Dokumente – sicher zu Hause verwahren. Beim Angeln werden Sie nicht danach gefragt.

Ich kann keine Angaben zu Zeit und Ort meiner Fischereischeinprüfung machen oder meine Prüfungsunterlagen sind nicht aufzufinden. Ich oder ein Zeuge kann aber die erfolgreiche Prüfungsteilnahme an Eides statt versichern. Reicht das?

Leider nein. Gemäß § 86 Abs. 1 Landesverwaltungsgesetz darf eine Behörde – hier ausnahmsweise in rechtlich zulässiger Weise auch der LSFV - eine Versicherung an Eides Statt nur verlangen und abnehmen, wenn die Abnahme der Versicherung über den betreffenden Gegenstand und in dem betreffenden Verfahren durch Gesetz oder Verordnung vorgesehen und die Behörde durch Rechtsvorschrift für zuständig erklärt worden ist. An dieser Voraussetzung fehlt es im schleswig-holsteinischen Fischereirecht. Diesbezüglich können von den Ordnungsbehörden auch keine Ausnahmen zugelassen werden.

Gegenfrage: Wo ist Ihr Wohnsitz? In einem anderen Bundesland? Dann gilt ihr Fischereischein für die Dauer Ihres Aufenthaltes in Schleswig-Holstein ohne weiteres. Allerdings müssen Sie nach dem Inkrafttreten einer veränderten Durchführungsverordnung zum LFischG bei der Ordnungsbehörde am Urlaubsort noch zusätzlich die Fischereiabgabe bezahlen.

Sofern Sie aber in Schleswig-Holstein gemeldet sind, benötigen Sie einen Fischereischein des Landes Schleswig-Holstein. Sie können Ihren Fischereischein aus einem anderen Bundesland ohne weiteres umschreiben lassen. Eine erneute Prüfung müssen Sie nicht ablegen. Verwaltungsgebühren für den neuen Fischereischein entstehen allerdings bei der Behörde.

Ich wohne in Schleswig-Holstein, aber im Hamburger Randgebiet. Bei uns kostet die Fischereiabgabemarke 10.- Euro, in Hamburg nur 5.- Euro. Kann ich frei auswählen, welche Marken ich erwerbe?

Jeder, der in Schleswig-Holstein angeln möchte und das 12. Lebensjahr vollendet hat, benötigt einen gültigen Fischereischein. Der Schein ist gültig, wenn eine Fischereiabgabemarke des aktuellen Jahres eingeklebt ist – aber nicht irgendeine, sondern jene des entsprechenden Bundeslandes. Fischereirecht ist Landesrecht und noch sind Schleswig-Holstein und Hamburg getrennte Bundesländer. Wenn das schleswig-holsteinische LFischG von der Abgabemarke spricht, meint es natürlich und unzweifelhaft die schleswig-holsteinische Abgabemarke. 

Ich möchte meinen Angelurlaub in Schleswig-Holstein verbringen und dann auch angeln, habe aber bisher keinen Fischereischein. Geht das trotzdem?

Sie können bei der Ordnungsbehörde an Ihrem Urlaubsort einen sogenannten Urlauberfischereischein erhalten. Er kostet etwa 20.- Euro und gibt Ihnen für 28 aufeinanderfolgende Tage das Recht, an freien Gewässern ohne weiteres den Fischfang auszuüben. An Gewässern, an denen Fischereirecht zu beachten sind, können Sie auf der Grundlage des Urlauberfischereischeins (theoretisch) einen Erlaubnisschein erwerben. Den Fischereiberechtigten oder -ausübungsberechtigten steht es allerdings frei, wem Erlaubnisscheine ausgegeben werden. Da Sie nicht im Besitz eines regulären Fischereischeins sind, scheinen Sie keine / kaum fischereiliche Kenntnisse zu haben. Dann werden gelegentlich Bedenken bestehen, Ihnen einen Erlaubnisschein zu geben. Der LSFV und viele seiner Mitgliedsvereine geben anPersonen mit Urlauberfischereischein keine Erlaubnisscheine aus.

Ich möchte nur vom Kutter aus oder an sogenannten Forellenseen angeln. Benötige ich dafür einen Fischereischein?

Grundsätzlich muß jeder, der in Schleswig-Holstein angeln möchte und das 12. Lebensjahr vollendet hat, einen gültigen Fischereischein bei sich führen. Hinsichtlich des Kutterangelns ist also zu prüfen, ob der Kutter das Hoheitsgebiet verläßt. Unser Landesfischereigesetz gilt in Schleswig-Holstein. Verläßt der Kutter dieses Gebiet etwa in Richtung Mecklenburg-Vorpommern, so gilt das dortige Recht. Gleiches gilt für dänische Hoheitsgewässer.

Zum Angelteich ist zu prüfen, ob er noch unter den Begriff „privates Kleingewässer“ fällt. Handelt es sich um ein solches im Sinne des § 2 Abs. 1 Ziffer 2 LFischG (stehendes, zum unmittelbaren Haus-, Hof- oder sonstigen Betriebsbereich gehörendes Gewässer, nicht größer als 0,5 ha und ohne für den Fischwechsel geeignete Verbindung), besteht ausnahmsweise keine Fischereischeinpflicht. Zu diesen Gewässern zählen eigentlich nur die klassischen Gartenteiche - wobei der Gesetzgeber natürlich mit 0,5 ha recht großzügig kalkuliert hat...

Generell kann man daher sagen, daß viele Angelteiche diese engen Voraussetzungen nicht erfüllen, so daß Fischereischeinpflicht besteht.

In Schleswig-Holstein können Kinder ab Vollendung des 12. Lebensjahres, also ab dem 12. Geburtstag, selbst einen Fischereischein erwerben. Sie können nicht nur – sie müssen auch. Jüngere Kinder können in Begleitung und unter Aufsicht eines volljährigen Fischereischeinhabers angeln – ohne eigenen Fischereischein.

Eines eigenen Erlaubnisscheins bedürfen Kinder unter 12 Jahren, wenn die Aufsichtsperson keinen Erlaubnisschein hat, der Kinder mit einbezieht, oder wenn über die im Erlaubnisschein der Aufsichtsperson geregelte maximal zulässige Anzahl an Angelruten überschritten werden soll. Beispiel: die Aufsichtsperson darf mit drei Ruten fischen und möchte diese auch ausschließlich selbst bedienen. Das Kind soll mit einer eigenen zusätzlichen Rute fischen.

Wenn aber die Aufsichtsperson einen Erlaubnisschein besitzt, der etwa die Benutzung von bis zu drei Ruten zuläßt, und das Kind soll eine davon bedienen, dann ist das Kind - jedenfalls beim LSFV - vom Erlaubnisschein der Aufsichtsperson mit umfaßt.

Nach bestandener Fischereischeinprüfung senden wir Ihnen Ihr Prüfungszeugnis zu. Mit diesem Nachweis erhalten Sie bei der Ordnungsbehörde an Ihrem Wohnort, also im Rathaus oder bei der Gemeindeverwaltung, in Kiel und Lübeck auch beim Hafenamt, den Fischereischein. Mitzubringen ist für Heranwachsende und Erwachsene ein Paßbild. Die Kosten für den Fischereischein betragen 15.- Euro, hinzu kommt die kalenderjährlich einzuklebende Fischereiabgabemarke, die 10.- Euro kostet.