Entwarnung: Erhöhte Gebühren vermutlich vom Tisch |
|
| 24.11.2002 | |
|
Kiel. Die befürchtete drastische Gebührenerhöhung für die Nutzung landeseigener Wasserflächen ist offenbar vom Tisch. Durch Intervention des Präsidenten des Landessportverbandes, Ekkehard Wienholtz, bei Umweltminister Klaus Müller (Bündnis 90/Die Grünen) wird die Erhöhung jetzt 20 Prozent betragen.
Zur Vorgeschichte: Das Kieler Umweltministerium hatte gemeinsam mit dem Staatlichen Umweltamt in Kiel an einer Neufassung der sogenannten "Richtlinien zum Abschluss fiskalischer Verträge für die Nutzung von Land- und Wassergrundstücken, die der Verwaltung der Wasserwirtschaft unterliegen" gearbeitet. Das Staatliche Umweltamt hatte deshalb bereits Änderungskündigungen, die zum Jahreswechsel wirksam werden, an die Vertragspartner geschickt.
Adressaten dieser Änderungskündigungen waren Angelvereine, aber auch Wassersportvereine. Angelvereine haben für sich bereits eine Erhöhung bisheriger Gebühren von über 200 Prozent errechnet. Noch schlimmer traf es die Wassersportvereine. In einem Fall würde die Umsetzung dieser geänderten Richtlinie einen finanziellen Sprung von 1236 auf 10980 Euro bedeuten - eine Steigerung um fast 900 Prozent.
LSFV-Präsident Ernst Labbow hatte Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) um Unterstützung gebeten, mit der Verhinderung der Richtlinien großen Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Die beabsichtigte Kostensteigerung sei unvernünftig und im Ergebnis kontraproduktiv. Der LSFV hatte seine Vereine und Kreisverbände nicht im Stich gelassen. Schriftlich seien alle Vorsitzenden informiert worden. Doch offenbar sei das Problem bei den Anglern doch nicht so groß gewesen, wie zunächst befürchtet.
Nach dem Gespräch zwischen Umweltminister Klaus Müller, Wolgang Greve vom Seglerverband Schleswig-Holstein und Ekkehard Wienholtz als Präsident des Landessportverbandes ist die extreme Erhöhung der Pachten wohl vom Tisch. Zwar bleibe die Änderungskündigung bestehen, wie es hieß, jedoch sollen die Pachten nur um 20 Prozent angehoben werden. Das sei der Betrag der Preissteigerung seit 1994. Bis Mitte Dezember sollen die betroffenen Vereine seitens des Ministeriums informiert werden.
Ob in dieser Weihnachtsüberraschung von Umweltminister Müller auch eine Regelung enthalten ist, die bisherige 50-prozentige Ermäßigung für als gemeinnützig anerkannte Angelvereine beizubehalten, war noch nicht zu erfragen. Die betroffenen Angelvereine sollten die Vertragswerke aufmerksam lesen, wird empfohlen.
|
| < zurück | weiter > |
|---|


