EU-WRRL: Flussgebietsbeirat Schlei-Trave wurde in Plön gegründet

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28.04.2002
Plön. Das Wasser hat in seinen verschiedenen Vacetten besonders das Land Schleswig-Holstein geprägt. Und der Umgang mit dem Wasser prägt die Menschen im Land. Damit das auch in der Zukunft so bleibt hat die Europäische Union (EU) die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erlassen. Das einst so kritisch angenommene und monströse Gebilde bekommt jetzt langsam ein Gesicht. Mit der gestrigen Gründung eines sogenannten Flussgebietsbeirates kommen auch die Menschen im Land mit der EU-WRRL in Berührung.

"Die EU hat uns mit ihrer Wasserrahmenrichtlinie forsch ins Wasser gestoßen", flachste Umweltminister Klaus Müller (Bündnis 90/Die Grünen) in Plön. Das Bemühen um eine gute chemische Wasserqualität erhalte mit der EU-WRRL eine neue Dimension: Die ökologische Funktion der Gewässer rücke als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zunehmend ins Blickfeld. Der Ausbau der Gewässer, so Müller, habe in vielen Bereichen Pflanzen und Tiere verdrängt, weil die ökologische Funktionen der Gewässer oftmals beeinträchtig seien.

Die EU habe zur Umsetzung ihrer Wasserrahmenrichtlinie nicht nur Vorgaben zur Renaturierung der Gewässer gemacht, sie habe für die vorgesehenen Arbeitsschritte kurze zeitliche Abschnitte vorgesehen. Klaus Müller schmunzelnd: "Und weil Verzug mit saftigen Konventionalstrafen bedacht ist, interessierte sich plötzlich auch der Finanzminister für die Umsetzung der EU-WRRL in Schleswig-Holstein."

Umweltminister Müller wertete die EU-Wasserrahmenrichtlinie optimistisch als Chance für die EU und ihre Beitrittskandidaten. Mit der Richtlinie würde die ökologische Funktion aller Gewässer, Auen und Einzugsgebiete überprüft. Ziel sei es, bis 2015 einen guten ökologischen Zustand zu erreichen.

Allerdings, so Müller weiter, halten sich die Umweltprobleme nicht an die Grenzen rechtlicher Gebietskörperschaften. Deshalb seien neue Strukturen gefragt. Schleswig-Holstein sei in drei Flussgebietseinheiten aufgeteilt: Eider, Schlei-Trave und Elbe. In diesen Bereichen gibt es 34 Arbeitsgruppen, die aus Mitgliedern der Verwaltung und Interessensgruppen bestehen. Die Federführung, so Müller weiter, sollen die Wasser- und Bodenverbände erhalten, weil sie die örtlichen Problemschwerpunkte am besten abbilden.

"Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist kein Verwaltungsakt", sagte Müller. Ihm gehe es um eine umfassende Information der Betroffenen vor Ort und eine gemeinsame Planung. Der erste Schritt sei eine Bestandsaufnahme mit der zunächst Defizite, dann Ursachen und später Maßnahmen deutlich gemacht werden sollten. Müller: "Und der Konsens vor Ort ist ein Garant dafür, dass es funtioniert." Müller wünscht sich eine effektive Diskussion – auch in den zwölf Bearbeitungsgebeiten des Flussgebietsbeirates Schlei-Trave von der Flensburger Förde bis hin zum Ratzeburger See.

Und dabei gehe es besonders um die Nachhaltigkeit. Müller: "Damit bald überall die Lachse laichen, die Fischotter jagen und die Menschen an wunderschönen Ufern radeln oder wandern können." Mit der EU-WRRL werde die Lebensqualität für künftige Generationen gesichert.
 
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