Trolling: Die Suche nach der "Stecknadel im Heuhaufen" |
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| 13.04.2003 | |
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Burgtiefe/Fehmarn - Es ist wie die sprichwörtliche Suche nach der "Stecknadel im Heuhaufen" - das Schleppfischen oder "Trolling" auf Meerforellen in der Ostsee. Und wenn es denn mal an der Angelrute zappelt, dann muss es nicht gleich eine kapitale "Silberne" sein. Auch ein Dorsch vergreift sich schnell an den angebotenen Kunstködern - aber auch Blasentank und Seegras.
Rund um die Ostseeinsel Fehmarn fand kürzlich das 8. internationale Trollingangeln statt. Organisator der Veranstaltung, zu der über 160 Angler mit knapp 90 Booten kamen, ist der 37-jährige Frerk Petersen aus Timmendorfer Strand. Gemeinsam mit Ehefrau Andrea, die er übrigens während einer Trollingveranstaltung auf Fehmarn als Bankettleiterin kennenlernte, lockt Petersen Angler aus allen Teilen Deutschlands und sogar aus der Schweiz und Skandinavien in das Angelrevier rund um Fehmarn. Frerk Petersen selbst war lange Jahre bei einer Angelzeitschrift Redakteur und später Chefredakteur bis er in das Management der Angelindustrie wechselte und dort jetzt Marketingmanager für Europa ist.
In den skandinavischen Ländern ist die Schleppangelei - das "Trolling" - gebräuchliche Angelart. Trolling ist nach der Fachliteratur eine "besonders schonende Fangmethode". Dabei werden die Köder in unterschiedlichen Tiefen unter und neben dem Boot angeboten und der Jagdinstinkt der Raubfische geweckt. Das Schleppfischen ist beim Befischen großer Gewässer angesagt.
Die Gruppe der Trolling-Angler um Frerk Petersen macht das Schleppangeln nun bereits seit acht Jahren in Deutschland "salonfähig". Und das mit sehr unterschiedlichem Erfolg. "Um eine Meerforelle aus der Ostsee zu fangen, ist der Schleppangler statistisch im Durschnitt etwa 37 Stunden unterwegs", sagte Frerk Petersen. Es gebe keine Taktik, keinen besonderen Auswurf. Man müsse eben gut den Fisch aus dem Wasser ziehen können und sich mit den Techniken auskennen. "Nicht unerheblich sind Wetterkenntnisse", blickte Petersen zum Himmel. Der "schöne Fisch", der fängt bei Petersen bei drei Kilogramm an. So eine Meerforelle ist etwa 60 Zentimeter lang. Und wenn die Meerforelle einmal kleiner ist? "Dann wird sie behutsam wieder in das Wasser zurückgesetzt", räumte Petersen ein. Dadurch entstehe kein Schaden für den Fisch, wenn er mit schwerem Gerät gefischt worden sei. Es dürfe beim Trolling keine leichte Spinnrute verwendet werden. Durch einen langen Kampf - die Angler nennen es "Drill" - würden die Muskeln des Fisches übersäuert und er hätte keine Kraft mehr. Mit schwerem Gerät würden die Fische schnell aus dem Wasser gezogen.
Zur Ausrüstung des etwa 30.000 Euro teuren Trollingbootes gehören verschiedene Hilfen. Technisch sollte ein Echolot und eine GPS-Gerät aber auch Seefunk vorgehalten werden. An Bord gibt es 20 verschiedene Möglichkeiten, Köder ins Wasser zu setzen. "Die werden aber niemals auf einmal vom Skipper in Aktion gesetzt", versichert Frerk Petersen. Dazu sei der Angler gar nicht in der Lage.
In der Tat: Bei einer etwa sechsstündigen Fahrt im Fehmarnsund wurden maximal acht Angeln eingesetzt. "Planer Bords" sorgen als schwimmende Ausleger dafür, dass bis zu drei Angeln bis 30 Meter seitlich der Boote angebunden werden können. Dann zwei "Downrigger", die mit 5,5 Kilogramm Blei jeweils zwei Angeln auf eine Tiefe bis 40 Meter bringen können. Am Ende der monofilen Schnüre hängen dünnblechige Blinker, die unter Wasser Reize auf die Raubfische ausüben. Und letztendlich sorgt der sparsame 90-PS Außenbord-Motor für ruhige Drehzahlen beim Schleppen.
Der erste Tag der Schleppangler um Fehmarn war am Donnerstag nur bedingt erfolgreich. Es wurden hauptsächlich Dorsche gefangen und zwei Meerforellen. Bernd Lachmann aus Leck legte eine 68 Zentimeter große Meerforelle auf die Schuppen.
Frerk Petersen resümierend: "Das Trollingtreffen war absolut fantastisch Rekordbeteiligung, suuuper Wetter, tolle Fische, tolle Stimmung." Sie größte Meerforelle wog 8,7 Kilogramm. Sie wurde gefangen von Matthias Böttcher aus Niestetal. Insgesamt haben die 86 Bootsteams an zwei Tagen 25 Meerforellen von 3 Kilogramm und mehr eingewogen. Große Dorsche gab es auch satt. |
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