Leserbrief des 1. Vorsitzenden des KSFV Kiel - Sven Bastian |
|
| 12.03.2004 | |
|
Bezugnehmend auf die Artikel des Flensburger Tageblattes vom 4.3.04 und der KN vom 8.3.04.
Man muss sich doch wundern, mit welcher Ignoranz sich die Nebenerwerbsfischer darstellen. Da lässt sich Holger Matthiesen aus Langballigau mit einem 16 kg Dorsch abbilden, dessen Körper noch voller Laich ist. Das ist kein Glückspilz, sondern ein Laichverhinderer. Diese Leute sind die ersten, die sich beschweren, wenn die Fänge geringer werden. Was tun sie aber für die Bestandserhaltung. Nichts, sie profitieren nur von der Kreatur Fisch, egal welcher Art. Sie ernten was andere gesät haben (z.B. Meerforelle und Lachs) ohne sich an den Kosten für das Abstreifen, Erbrüten und Vorstrecken zu beteiligen. Sie richten in der Küstenfischerei nur Schaden an. Berufsfremde Personen führen die Nebenerwerbsfischerei durch, wie z. B. ein Studienrat. Hat der es wirklich nötig, durch die Kreatur Fisch sein Gehalt aufzubessern. Geht ein Berufsfischer in den verdienten Ruhestand, ist nichts dagegen einzuwenden, wenn er seine Rente etwas aufbessert, denn er hat die Erfahrung und die Kenntnis, sach- und fachgerecht die Fischerei auszuüben. Er hat den Beruf gelernt und verfügt über kein anderes Einkommen – ganz anders eben als die Vielzahl der Nebenerwerbsfischer. Aus diesem Grunde wäre es an der Zeit, mit diesen profitorientierten Freizeitfischern aufzuräumen.
Da beschwert sich der Vorstand der Strander Nebenerwerbsfischer über die neuen FFH-Gebiete in der Ostsee und der Kieler Bucht, weil sie ihre Netze nicht mehr an ihren angestammten Plätzen stellen dürfen, und sie nun den Stoller Grund aufsuchen müssen. Sie gehen auf die Barrikaden, weil der Weg dorthin weiter ist und mehr Kraftstoff kostet. Für alle hiesigen Fischer ist dort sowieso kein Platz und es halten sich nun mal die Vögel während des Winterhalbjahres im Küstenbereich auf. Durch die klimatischen Veränderungen fliegen sie nicht mehr soweit gen Süden. Wo bleibt hier das Verständnis für den Tierschutz? Für einen Großteil der Nebenerwerbsfischer ist die Gier nach den Fischen wichtiger als Artenschutz und Sicherung der nachhaltigen Fischerei in den Küstengewässern. Nicht der Angler fängt die Enten mit der Angel, sondern die Nebenerwerbsfischer haben sie in den Netzen.
Sven Bastian 1. Vorsitzender KSFV Kiel e.V. |
| < zurück | weiter > |
|---|


