Besuch der Brutanlage |
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| 05.03.2010 | |
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Nicht viele Jugendliche hatten bereits das große Glück, eine Meerforelle oder gar einen
Lachs in unseren Fließgewässern zu fangen. Der heutige Besuch in der
Meerforellenbrutanlage des LSFV Schleswig-Holstein sollte ein erster Schritt
sein, unsere Anglerjugend praxisnah über die Lebenshintergründe der
Wanderfische zu informieren und ihnen gleichzeitig zeigen, warum solche Fänge
in hiesigen Gewässern keineswegs selbstverständlich und alltäglich sind! Der
Arbeitsaufwand, der von einem relativ kleinen Personenkreis in den letzten
Jahrzehnten für die Wiedereinbürgerung der Wandersalmoniden geleistet wurde,
ist einfach enorm und man muss sich schon vor Ort überzeugen, um ihn wenigstens
annähernd einschätzen zu können.
Der Zeitpunkt für die Besichtigung der Anlage war gut gewählt, denn der Wanderfischnachwuchs war bereits fleißig am Schlüpfen, wie man uns berichtete. Zunächst einmal wollten wir uns aber die jungen Meerforellen ansehen, die ihr Larvenstadium längst verlassen hatten und bereits im letzten Winter geschlüpft waren. Sortiert nach Größe, waren sie in geräumigen Rundbecken in einer kleinen Halle untergebracht und der Informationsfluss war groß: Von der automatisierten Fütterung, dem richtigen Fischfutter bis hin zur ständigen Überwachung und Einflussnahme auf die Wasserqualität gab es sehr viel zu zeigen und anhand der technischen Anlagen zu erklären. Sogar auf die Frage, wie viele Fische dort eigentlich schwimmen, kam prompt eine Antwort. Der zweite Part unserer Besichtigung fand dann in der eigentlichen Brutanlage statt: Hatten hier noch im Herbst die großen Laichfische ihr vorübergehendes Zuhause, waren jetzt nur noch die einzelnen Abteile der Brutrinnen belegt. Und zwar mit dem zahlreichen Nachwuchs der Meer- bzw. Bachforellen und Lachse, der zum größten Teil bereits geschlüpft war und im winzigen Larvenstadium noch von seinem Dottersack zehrte. Schon seit der Befruchtung im Herbst nimmt sich hier jemand mindestens alle 2 Tage die nötige Zeit, abgestorbene Eier und tote Fischlarven mühselig auszusortieren, um größere Verluste durch Pilzinfektionen zu verhindern. Ohne freiwillige Helfer wäre diese Arbeit undenkbar -und eine wärmende Heizung sucht man im Bruthaus vergeblich, denn die Fische benötigen kaltes, sauerstoffreiches Wasser. Auch hier flossen wieder viele interessante Informationen, deren Wiedergabe an dieser Stelle einfach den Rahmen sprengen würde. Gegen Mittag bedankten wir uns bei Hartwig Hahn für diesen sehr interessanten Vormittag und wir hoffen schon jetzt, bei Gelegenheit mal mit einer weiteren Besichtigung an den Erfolg dieser Exkursion anknüpfen zu können. Wenn der Wanderfischnachwuchs bald in die Freiheit entlassen wird, dürfte jedenfalls zumindest ein kleiner Teil nach seiner Abwanderung und dem anschließenden Aufenthalt im Meer gute Chancen auf Rückkehr in unsere Flüsse haben. Und sollte mal ein solcher Fisch an die Angel eines Teilnehmers geraten, wird er sich hoffentlich an diesen Ausflug erinnern und seinen stolzen Fang umso mehr zu schätzen wissen. |
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