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Messboot auf dem Großen Plöner SeeDer Große Plöner See wird jährlich im Rahmen eines bundesweiten Seen-Monitorings unter der Federführung des Umweltbundesamtes sowie im Zuge der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) untersucht. Im Zeitraum von März bis November eines jeden Jahres werden insgesamt neun Probenahmen an der tiefsten Stelle des Sees für physikalisch-chemische Analysen des Wassers sowie für Planktonbestimmungen durchgeführt. Bisher wurden diese Untersuchungen vom Landesamt für Natur und Umwelt (LANU) durchgeführt, jetzt ist das neue Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zuständig.

Begleitend zu dem Untersuchungsprogramm wird der Große Plöner See seit heute vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) neu vermessen. Dies wird vermutlich mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen – es ist der größte See in Schleswig-Holstein, der auf diese sehr genaue Art vermessen wird. Die Tiefenbestimmung erfolgt mit Hilfe eines Doppel-Echolotes, um zeitgleich neben dem festen Untergrund weiche Schlickschichten oder Unterwasserbewuchs zu erfassen. Zusätzlich wird ein so genanntes „Sidescan-Echolot“ eingesetzt, das flächendeckende Schattenbilder erzeugt und somit auch einen Blick in die nicht explizit vermessenen Bereiche ermöglicht. Die Position des Bootes wird fortlaufend mit Hilfe hochgenauer Satellitentechnik (Real-Time-Kinematic-GNSS) mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern in der Lage sowie der Höhe bestimmt. Die Messprofile sind in einem Raster mit einem Abstand von 100 m definiert, das je nach Bedarf vor Ort verdichtet werden kann.

Um den ökologischen Zustand des Sees nach den Vorgaben der WRRL bewerten zu können, werden darüber hinaus in bestimmten Untersuchungsintervallen die Ufer- und Unterwasservegetation (Makrophyten) und der Kieselalgenbewuchs im Uferbereich (Diatomeen) sowie die Wirbellosen des Sedimentes (Benthos) erfasst. Nach den Maßstäben der WRRL befindet sich der Große Plöner See aktuell in einem mäßigen ökologischen Zustand. Weiterführende Informationen zu den vom LLUR untersuchten Seen in Schleswig-Holstein sind im Internet unter www.umwelt.schleswig-holstein.de unter -> Wasserwirtschaft -> Seen zu finden.

Aus den gewonnenen Vermessungsdaten wird nach einer Plausibilisierung ein digitales Geländemodell des Unterwasserbereiches erstellt. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus 1973/74 zeigt die morphologischen Veränderungen in den vergangenen 35 Jahren, u.a. hinsichtlich eines möglichen Sedimenteintrags. Die erstmalige Tiefenvermessung wurde durch das Geographische Institut der Universität Kiel 1973/74 durchgeführt. Damals wurde für die Tiefenbestimmung unter Wasser auch ein Echolot eingesetzt, die Position des Bootes wurde über eine zeitgleiche Winkelmessung mittels Theodoliten von verschiedenen Standpunkten aus realisiert. Zur Navigation des Bootes wurden zudem große Signale im Uferbereich aufgebaut. 

Der Große Plöner See ist mit 28,4 km² Fläche der größte Binnensee in Schleswig-Holstein. Seine maximale Tiefe beträgt 58 m und der mittlere Wasserstand liegt bei 21 m über NN. Er wird von der Schwentine, die auch die oberhalb gelegenen Seen Stendorfer See, Sibbersdorfer See, Großen Eutiner See, Kellersee, Dieksee und Behler See verbindet, in Richtung des Kleinen Plöner Sees durchflossen. 



Verantwortlich für diesen Pressetext: 

Lutz Christiansen | Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein | Herzog-Adolf-Straße 1, 25813 Husum | Telefon 04841 667-241 | Telefax 04841 667-115 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek, Tel.: 0 43 47 / 704-243, Fax: 0 43 47 / 704-702; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; www.llur.schleswig-holstein.de  

 

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