Hinweis 2015: Wegen akuter Gefährdung des Forellenbestandes durch Schwarzangelei (Fischwilderei) werden intensive Kontrollen durchgeführt und gefasste Straftäter umgehend nach Gesetz behandelt. In den betreffenden Laichgewässern herrscht ein generelles Angelverbot. Jede Angelei in den Auen wird als Schwarzangelei den zuständigen Behörden gemeldet.

Fischwilderei ist nach § 293 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB) die Verletzung eines fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechtes dadurch, dass jemand unberechtigt fischt oder eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich zueignet, beschädigt oder zerstört. Sie wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Der Tatbestand der Fischwilderei stellt strafrechtlich eine dogmatische Besonderheit dar. Grundsätzlich definiert § 11 Nr. 6 StGB, dass das Unternehmen einer Tat deren Versuch und deren Vollendung umfasst. Als sogenanntem „unechtem Unternehmensdelikt" fehlt dem Tatbestand der Fischwilderei die Abgrenzung des Versuchs von der Vollendung der Tat. Auf den tatbestandlichen Erfolg (Fisch an der Angel) wird letztlich nicht abgestellt. Das bloße Hineinhalten einer Angel ins Wasser führt bereits zur Vollendung der Tat.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fischwilderei

 

Das fragt sich der Fischer Helmut Schwarten, der auch Vorstandsmitglied im Fischhegebezirk Schwentine ist, schon seit einigen Jahren. Aus aktuellem Anlass fragt sich das auch der LSFV-Biologe Martin Purps. Dem Fischmeister vom Kellersee sind die Fangmeldungen von großen, silbrigen Forellen, nicht nur aus dem Plöner See, ein deutliches Indiz, dass es eine andere Forellenform, als die für das Schwentinegebiet belegte Bachforelle in den großen Seen, die von der Schwentine durchflossen werden, geben könnte. Es könnte sich aber auch um eine anders gefärbte, im See gut abgewachsene Bachforelle handeln, lautet ein berechtigter Einwand. Denn Seeforellen sind in der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur in Deutschland nur für die Voralpenseen und das südliche Sachsen belegt. Es gibt keine historischen Nachweise für Schleswig-Holstein und die nächsten Bestände liegen in der Kaschubischen Schweiz bei Danzig und in Skandinavien.

Seit dem 17.11.2010 könnte das anders zu bewerten sein, denn bei einem Laichfischfang, in einer dem Plöner See zufließenden Au, wurden  74 cm und 77 cm große Forellen, mit einer anderen, eher Meerforellen ähnelnden Färbung, gefangen. Zu dem, von dem Ergebnis überraschten und begeisterten, Team gehörten an den Elektrofischfanggeräten Uwe Morgenroth vom Förderverein für Gewässerpflege-, Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen und Martin Purps, die von Helmut Schwarten und Johannes Fischer, Referent für Natur und Umwelt im Kreisangelfischerverband Ostholstein e.V. unterstützt wurden. Nicht nur die zwei besonders großen Forellen sorgten für Aufregung, sondern auch die vielen Bachforellen im Längenbereich von 50 cm bis über 60 cm.

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Milchner von  74 cm mit Laichhaken, eine Seeforelle (Foto: Johannes Fischer)?

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Zum Vergleich ein Milchner der Form Bachforelle von 52 cm (Foto: Johannes Fischer).

Neben der enormen Faszination die solche Fische auf uns Angler ausüben, sind sie eine besondere Verpflichtung weiter an der Verbesserung des ökologischen Zustandes unserer Gewässer mitzuarbeiten, ob sie nun See- oder Bachforelle heißen sei zweitrangig. Das Projekt wird durch die Fischartenhilfsmaßnahmen des Landes Schleswig-Holstein mit der Finanzierung der Besatzkosten gefördert. So lange wir keinen besseren ökologischen Zustand der Gewässer erreicht haben, bleibt der Besatz, der hier aus den gefangenen Fischen gewonnen werden soll, ein wichtiges Hilfsmittel.

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Die vier größten Forellen über 60 cm (Foto: Johannes Fischer). Zum Vergleich betrachte man bspw. diese Bodensee-Seeforelle.

Es wird sicher in der nächsten Zeit eine Diskussion in Fachkreisen zum Thema Seeforelle in S-H geben, in deren Folge dann eine Entscheidung über den Status dieser Forellenform, wenn es eine andere als Bachforelle ist, erfolgen wird.

Bericht: M. Purps

Bereits 2008 wurde eine große Forelle von uns gemeldet: Seltener Fang im Plöner See

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