Aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle ist die Geschäftsstelle bis auf Weiteres nicht vollständig besetzt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht alle Anfragen wie gewohnt schnell und umfangreich bearbeiten können. Die Ausstellung von Erlaubnisscheinen für die Verbandsgewässer Westensee, Stolper See, Dobersdorfer See und Schaalsee ist zurzeit nicht möglich. Wir bemühen uns sehr darum, möglichst bald wieder unseren vollständigen Service anbieten zu können.

Liebe Angelfreunde,

zum Jahresende möchte ich die Gelegenheit nutzen, um ein kleines Fazit zu ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen. Zuerst möchte ich mich bei allen Kollegen bedanken, die im Präsidium, Verbandsausschuss, als Vorstände und Referenten der Kreisverbände und Vereine, als Fischereiaufseher, Lehr- und Prüfberechtigte oder Kampfrichter tätig sind. Wieder wurde unendlich viel ehrenamtliche Arbeit für die unterschiedlichsten Projekte geleistet!

Hier möchte ich besonders unseren neuen Vizepräsidenten für Finanzen Matthias Winkelmann begrüßen und ihm danken, dass er das Amt angetreten und sich sofort harmonisch und leistungsstark in unser Präsidium integriert hat.

Die Kameradschaftspflege bei unseren gemeinsamen Angeln, die Ausbildung neuer Angler, die Weiterbildung unserer Fachwarte, die Jugendarbeit, die Hege unserer Gewässer, die Mitarbeit bei den unterschiedlichsten Projekten, von der WRRL bis zum Laichfischfang: alles das und vieles andere mehr hat wieder Zeit und Mühe gekostet. Es sollte jedoch auch Spaß gemacht und Erfolge gebracht haben. Wenn die ehrenamtliche Tätigkeit keine Freude mehr bereitet, dann wird es schwer, Freiwillige zu finden.

Immer wieder fragen Mitglieder aus Vorständen bei uns an, wie zu verfahren ist, wenn ein Amt nicht besetzt werden kann. Leider schrecken gerade auch junge Menschen vor der Übernahme einer Aufgabe im Verein zurück. Warum eigentlich? Zeigen wir zu wenig, wie schön die Arbeit in den Vereinen sein kann und wieviel man dort bewegen kann? Rückschläge erlebt man immer, mal ein undankbares Mitglied, mal ungerechtfertigte Kritik oder gar unqualifizierte Äußerungen. Jeder kennt sie, sie nerven oder tun auch weh. Und man fragt sich gelegentlich, warum man sich überhaupt einsetzt und warum Mitglieder so negativ reagieren. Aber dann verbucht man Erfolge, Mitglieder sind zufrieden, Projekte laufen erfolgreich und messbare Ergebnisse sind präsentierbar. Lasst uns deshalb viel häufiger darüber berichten, was positiv gelaufen ist, wo Referenten gut gearbeitet haben und Teilnehmer von Veranstaltungen zufrieden oder sogar begeistert waren. Ein bisschen mehr Optimismus erleichtert uns allen die Arbeit und gibt uns Rückenwind für neue Taten.

Sachliche Kritik ist natürlich auch immer gefragt und hilfreich. Der Landesverband nimmt sehr wohl wahr, wenn etwas nicht optimal gelaufen ist und sucht dann nach neuen Wegen, um Sachen zu verbessern. Wichtig bei solchen Vorgängen ist natürlich immer eine sachorientierte und faire Art der Auseinandersetzung. Wir sind bei wichtigen Themen wie üblich immer den Weg über den Verbandsausschuss und damit über die Kreisverbände gegangen. Diese hören dann ihre Vereine an und geben uns Rückmeldung oder laden uns ein, um die Themen vor Ort zu erklären und mit den Vereinen zu besprechen. So geschehen ist das zum Beispiel bei der im Herbst geführten Debatte zum Thema "Einzelmitgliedschaft im LSFV". Auf diesem Wege konnten wir unter anderem auf einer gut besuchten Kreisversammlung in Krempe (KV Steinburg) nach einer intensiven Diskussion feststellen, dass wir die Einzelmitgliedschaft auf keinen Fall als beschlossene Sache betrachten sollten. Als direktes Resultat befand das Präsidium, diese Debatte erst auf der Mitgliedversammlung fortzuführen, obwohl wir nach wie vor verbesserte Zukunftsaussichten unseres Verbandes darin sehen, ohne Nachteile für die Vereine. Wir respektieren aber selbstverständlich Vorbehalte und lassen Mehrheiten entscheiden.

Wir leben in den Zeiten des Internets und Nachrichten gehen manchmal sehr schnell weiter. Sie sorgen für eine erstaunliche Dynamik, die uns die Lebendigkeit unseres Verbandes zeigt. Unser vom Pressesprecher Michael Kuhr herausgegebener newsletter erreicht derzeit 4.240 Bezieher. Eine enorme Zahl von interessierten Anglerinnen und Anglern, Behörden- und Verbandsvertretern weiß bereits nach wenigen Stunden, was das Präsidium plant oder welche Veranstaltung wie gelaufen ist. Mittlerweile arbeiten bereits 3.275 Benutzer im Internetforum unseres Landesverbandes mit und stellen täglich bis zu 330 Beiträge ins Netz. Im Mittel sind etwa 250 Teilnehmer jeden Tag auf den Seiten unseres LSFV - eine gigantische Entwicklung, die wir uns vor einigen Jahren noch nicht hätten träumen lassen.

Selbstverständlich kann es dann passieren, dass eine Meldung recht früh erscheint und mißverstanden oder eine Entscheidung ablehnend gesehen wird. Dadurch schwappen dann gerade bei kritischen Menschen die Emotionen hoch. Lasst es uns aber positiv sehen, dass unser Verband ein so hohes Interesse wecken kann. Aber trotz umfangreicher Kommunikationswege ist dennoch die Information aller unserer Mitglieder ein bisher unerreichter Traum. Nicht jede Nachricht gelangt von den Kreisverbänden an die Vereine oder von den Vereinen an die Mitglieder. Nicht jedes Mitglied informiert sich selbst über Internet, Forum, newsletter oder direkte Ansprache bei seinem Verband. Die Mehrzahl weiß deshalb leider in der Regel eher wenig von unseren Aktivitäten im Verband und in der Geschäftsstelle. Dieses zu verbessern bleibt ein fortwährendes Entwicklungsprojekt. Wir haben mehrere Wege aufgebaut, um möglichst viele Mitwirkende in Kreisverbänden und Vereinen in unsere Vorgänge einzubeziehen. Dennoch werden immer wieder Mitteilungen angefragt, die längst bekannt sein müßten oder die in anderen Gremien entschieden wurden. Wir können natürlich nicht zu jedem einzelnen Thema ein Vereinsrundschreiben an alle 360 Vereine schicken. Diese binden viel Arbeitskraft und kosten Geld. Hier müssen wir stärker neue Techniken einsetzen. Wir müssen handlungsfähig bleiben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle erneut den eindringlichen Wunsch vorbringen, uns die jeweils aktuellen e-mail-Adressen der Vorsitzenden und aller Fachwarte zu übermitteln. Wir könnten dann mit solchen Verteilern eine schnellere und umfassendere Information aller Experten im ganzen Land erreichen. Dieser Weg würde uns allen die Arbeit erleichtern und die Kommunikation innerhalb unserer Gemeinschaft unterstützen.

 Traditionell veranstaltet der LSFV zur Information und Meinungsfindung stets auch Gesprächsrunden. Ankündigen kann ich bereits für den 21. Januar 2011 eine Fachveranstaltung zum Thema Salmoniden und am 8. Februar 2010 eine weitere zu geplanten Änderungen im Fischereigesetz. Nutzen sie bitte die Möglichkeiten zur Information und Vertretung Ihrer Vereinsinteressen.

Wie wir auf der letzten Jahreshauptversammlung bereits vorgestellt haben, konnten wir inzwischen den Erwerb der Räumlichkeiten gegenüber unserer Geschäftsstelle erfolgreich abschließen. Zu Beginn nächsten Jahres nehmen wir noch kleinere Renovierungsarbeiten vor und dann werden unsere bisherigen "Kellerkinder" Robert Vollborn, Martin Purps und Rüdiger Neukamm, in ein ordentliches Arbeitsumfeld umziehen. Gleichzeitig werden die teilweise optisch auffäligen Überfrachtungen unserer Räume mit Akten und Arbeitsgeräten einer ansprechenderen Ordnung weichen. Ich bin sicher, dass unsere "Kundschaft", d.h. die zahlreichen Anglerinnen und Angler, die unsere Geschäftsstelle aufsuchen, dieses positiv registrieren. Die Arbeitseffizienz wird weiter steigen und auch die Sitzungen werden in angenehmerer Atmosphäre erfolgen können.

Nach einigem juristischen Hin und Her ist endgültig der Kauf von Fischereirechten an der Eider am Auslauf des Westensees bis Achterwehr vollzogen. Das schafft uns in dieser Region gut erreichbare neue Landangelplätze, was hauptsächlich unseren Jugendgruppen zu Gute kommen wird. Der Westensee mit der dort zur Verfügung stehenden Infrastruktur des LSFV und der Jugendherberge wird bei unseren Anglern immer beliebter.

Am Stolper See wurde die Planung für ein neues Anglerheim am Ufer und für die aus rechtlichen Gründen notwendige Umlegung und Erweiterung des Bootssteges vorangetrieben. Die umfangreichen Planungen sind endlich abgeschlossen und die Stolper See GmbH, in der wir vertrauensvoll mit der Gemeinde Stolpe zusammenarbeiten, hat den Plänen zugestimmt. 2011 wird dann, auch mit sehr viel ehrenamtlicher Arbeit des AV Stolpe, dort ein schönes Angebot für unsere Mitglieder weiter ausgebaut.

Der aus Altersgründen abgängige LSFV-Bootssteg am Schaalsee wird ebenfalls erneuert.

Am Dobersdorfer See wurden Gespräche mit den Vereinen aus Schlesen und Tökendorf geführt, u.a. mit dem Ergebnis, ein unsinniges Nachtangelverbot für die Mitglieder aufzuheben. Es wurde über Wege nachgedacht, um dieses eindrucksvolle Gewässer für Vereinsmitglieder und Gastangler noch attraktiver zu machen.

Am Einfelder See wurde in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Kreisverband und der gut funktionierenden Seegemeinschaft eine Überplanung der Gemeinschaftsanlagen für die unaufschiebbare Renovierung der Lagerräume in Gang gesetzt.

Die Betreuung des Ukleisees wurde vom LSFV an den Eutiner AV abgegeben, der dieses schöne Angelrevier nunmehr mit seinen Mitgliedern nutzen und eine leichtere Betreuung des gesamten Areals garantieren kann.

Beim Plöner See haben sich vor wenigen Tagen leider die Verhältnisse grundlegend verschoben. Wir haben die Verhandlungen zur Verlängerung der seit Jahrzehnten laufenden Pacht bei Bosau (825 ha), Nehmten (197 ha) und Godau (34 ha), zu Beginn dieses Jahres rechtzeitig begonnen. Die Verträge laufen zum Ende des Jahres 2011 aus. Dabei stand im Zentrum unserer Verhandlungen, dass dieses Gewässer keine "tief roten Zahlen" liefern darf. Bei den Pachtverhandlungen mit den Bosauer Verpächtern konnten wir leider keine Einigung erzielen, die es uns ermöglicht hätte, dieses Gewässer annähernd kostendeckend zu bewirtschaften. So wird diesen Teil ab 2012 ein Berufsfischer pachten, der bisher bei uns Unterpächter war. Angelkarten wird es dort für unsere Mitglieder sicherlich weiterhin geben, stellen sie doch eine wichtige Einnahmequelle fü jeden Seepächter dar. Wir als Landesverband sind allerdings direkt aus der Sache raus, erwirtschaften dort dann aber eben auch keine erheblichen Verluste mehr und sparen uns den Verwaltungsaufwand. Ohnehin verlief der Erlaubnisscheinverkauf aus Sicht unserer Gemeinschaft und der Vereine vor Ort nicht optimal – alle Angler zahlten dieselben Preise, egal ob Mitglied oder nicht - so dass der Vorteil einer Vereinszugehörigkeit nicht mehr erkennbar war. Während der gemeinsame Schein als solches ein Erfolgsmodell war hat er die Mitgliederentwicklung unseres SFV Plön spürbar belastet. Ob es weiterhin einen einheitlichen Gesamtschein geben wird zeigt die Zukunft. Für 2011 bleibt jedoch alles noch unverändert beim alten System.

Gleichzeitig hat der LSFV aber auch seine Fühler nach neuen Gewässern ausgestreckt und wir hegen die vorsichtige Hoffnung, dass wir in absehbarer Zeit hierbei erfolgreich sein könnten. Vorab wird natürlich immer mit den Vereinen vor Ort gesprochen, um eine Konkurrenzsituation auszuschließen und gegenseitige Vorteile zu erreichen. Auch achten wir immer auf angemessene Preise und Pachten. Wirtschaftliches Ziel bei der Bewirtschaftung eines Gewässers muss für uns immer die "schwarze Null" sein. Wir wollen und können nicht um jeden Preis kaufen oder pachten. Wir gehen verantwortungsvoll mit unseren Finanzen um.

Die Planungen zum Bau von vier behindertengerechten Angelplätzen am NOK und Gieselaukanal sind so weit fortgeschritten, dass wir momentan davon ausgehen, dass zumindest drei im nächsten Jahr eingeweiht werden können.

Auch am LSFV-Bruthaus in Aukrug sind Planungen zur zeitgemäßen Renovierung dieser für unsere Forellennachzucht im Lande unverzichtbaren Anlage angelaufen. Wir werden sehen, ob wir das Bauprojekt in 2011 umsetzen können.

Im nächsten Jahr soll es ein tolles neues Angebot für unsere Mitglieder und Gäste geben. Wer an einem schönen Sonntag morgens aufwacht und Lust hat, etwa spontan am Westensee zu angeln, der hat es in Zukunft leicht. Über das Internet sollen neben Informationen zur Anreise und Angeltechniken künftig auch Erlaubnisscheine verfügbar sein. Ausdrucken, einpacken und losfahren - so einfach soll das gehen. Im Zuge der komplexen Umgestaltung unserer EDV werden solche kundenfreundlichen Dienstleistungen mit eingeplant. Das gehört zur Zukunftsausrichtung unseres Verbandes. Die uns vor wenigen Tagen vorgestellten Vorversionen lassen uns hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Diese Entwicklungen wurden erst durch eine leistungsstarke Computeranlage möglich. Diese wird durch die Neuprogrammierung unserer Bürosoftware komplettiert, die notwendig wurde, um die Geschäftsstellenabläufe überhaupt noch zu schaffen und den rechtlichen Notwendigkeiten zu entsprechen. Näheres hierzu werden wir sicherlich auf der nächsten Mitgliederversammlung, die wieder in Jevenstedt stattfindet, präsentieren können.

Neue Wege gehen wir auch bei der Einwerbung von Mitteln, um die zahlreichen Projekte und Aktivitäten des LSFV zu ermöglichen und um unsere Kassenlage so lange wie möglich ohne Beitragsänderungen zu verbessern. So suchen wir gezielt nach Sponsoren. Hier gibt es noch einiges neu zu erschließen. Die zwischenzeitliche Verbindung mit einem Werbepartner hat uns ab 2011 einen Betrag gesichert, der einer Beitragserhöhung von etwa 25 Ct entspricht.

Das war nur ein kurzer Überblick über einige unserer Aktivitäten und ich stelle fest, dass der zeitliche und materielle Aufwand für das ehrenamtliche Präsidium und die Referenten sowie die Mitarbeiter größer werden. Hier steigen nicht nur die Ansprüche, sondern auch die mit den zahlreichen Arbeitsbereichen verbundenen Verwaltungsaufgaben.

Fakt ist, dass wir ohne unsere motivierten und qualifizierten hauptamtlichen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle einen solchen Verband überhaupt nicht mehr führen könnten. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle herzlich bei Susanne Schramm und Sigrid Trowe, Dr. Dieter Bohn und Robert Vollborn, Martin Purps und Rüdiger Neukamm.

Ich sehe der Zukunft mit Zuversicht entgegen. Die Zahl der positiven Entwicklungen überwiegt bei weitem. Wir sollten zum Jahresende unsere Erfolge genießen, die wir gemeinsam erzielt haben, und dabei gleichzeitig nicht vergessen, dass es noch viel zu tun und zu verbessern gibt. Ich wünsche nun allen Mitgliedern eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das kommende Jahr in jeder Hinsicht alles Gute!

Peter Heldt, Präsident

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