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Die Bestandssituation des Dorsches ist angespannt, das Bundeslandwirtschaftsministerium sprach bereits von einem „historischen Tiefpunkt“. Die Frage, ob für den Dorschschutz etwas getan werden muß, stellt sich daher nicht. Vielmehr geht es darum, was mit Sicherheit oder höchster Wahrscheinlichkeit effektiv ist, was dabei möglichst die geringsten Einschränkungen für Fischer und Angler darstellt und was davon überhaupt menschlich zu beeinflussen ist.

So ist etwa für die Reproduktion des Dorsches der Zustrom kalten, salz- und sauerstoffreichen Wassers aus der Nordsee in die Ostsee erforderlich, anderenfalls reduziert sich der Auftrieb des Wassers, der Laich des Dorsches sinkt in sauerstoffarme Schichten und stirbt dort ab.

Die Fischerei trägt eine Mit-Verantwortung für die negative Entwicklung, allerdings wäre es verfehlt, sie allein für die jetzige Situation verantwortlich zu machen. Schon jetzt sind in unzähligen Rechtsvorschriften, Regelungen der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU, Vorschriften zu Maschenweiten, Fluchtfenstern, Schutzgebieten, Schonzeiten und vor allem zur Quote und zur erlaubten Gesamtfangmenge enthalten, die dem Schutz der Fische dienen. Fraglich ist allerdings, ob sich die Fischer in anderen Ostseeanrainerstaaten an diese Regelungen halten. Hier besteht Verbesserungsbedarf.

 

Die Festlegung von Mindestmaßen hilft dem Dorsch eher nicht. Grundlage für die Festlegung von Mindestmaßen ist die Überlegung, daß Fische auf jeden Fall einmal im Leben die Chance haben sollen, abzulaichen und damit für eine Bestandserhaltung zu sorgen. Ab einer bestimmten, in Verordnungen festgelegten Größe ist von einem mindestens einmal erfolgten Ablaichen auszugehen. Erst anschließend sollen die Fische gefangen werden können. Für den Dorsch gilt zur Zeit ein zu beachtendes Mindestmaß von 38 cm, zuvor lag es bei 35 cm. Ein Effekt dieser Verschärfung ist, daß sich nun die Menge an Fischen vergrößert, die als „untermaßig“ unabhängig von ihrem Zustand wieder zurückgesetzt werden müssen. In der Schleppnetzfischerei kann dies die nutzlose Vergeudung ungeheurer Mengen des wertvollen Gutes Fisch bedeuten.

 

Sinnvoll, erfolgversprechend und mit geringem Aufwand einzurichten wären bestandsverbessernde Maßnahmen durch Reduzierung von Beifangrückwürfen, insbesondere durch eine andere Praxis hinsichtlich der Mindestmaße beim Dorschfang. Sie deutlich herabzusetzen, wenn nicht sogar aufzuheben, hätte zusammen mit der Verpflichtung zur Anlandung des gesamten Fanges und bei dessen Anrechnung auf die Quote eine deutliche Auswirkung auf den Bestand – schon jetzt, bei Beibehaltung der Vorgaben für das Fanggerät (z.B. Bacoma-Netz), noch positiver aber, wenn wirklich selektiv fischende Netze verwendet werden. Als solches ist etwa das sog. T-90-Netz zu nennen, bei dem sich auch unter Spannung die Maschen nicht zusammenziehen, sondern in Form und Größe erhalten bleiben. Auf diese Weise würde sehr viel mehr Biomasse sinnvoll verwertet, der Fangdruck auf die wesentlich höhere Laichmengen produzierenden älteren Dorschen reduziert, dem Fischer Aufwand für das Aussortieren untermaßiger Fische erspart und das Ausfischen der Quote mit geringeren Treibstoffmengen ermöglicht.
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