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Die Schleswiger Nachrichten schreiben am 27.12.06 über ein interessantes Urteil des AG Schleswig, das einen Angler wegen Verwendung eines lebenden Köderfisches verurteilt hat. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig. Vor wenigen Tagen hat das AG Meldorf noch in einem vergleichbaren Fall den Angler freigesprochen. Beginn des Zitats:

Schleswig/jsr - Ein kleiner Fisch, ein Rotauge, wurde einem 38-jährigen Mannes zum Verhängnis. Er ist jetzt vorbestraft. Und dazu muss er 600 Euro Strafe zahlen. Gegen das Urteil des Amtsgerichts hat er allerdings gleich nach der Verkündung Berufung eingelegt.

Was war passiert? Im April angelte der Mann, wie so oft, an der Eider in Norderstapel. Am Haken: ein Rotauge - tot, wie er vor dem Amtsgericht sagte. Doch die Staatsanwaltschaft sah es anders. Der kleine Fisch war als Lebendköder am Haken, und das sei strafbar, denn damit habe er dem „Wirbeltier" Qualen zugefügt.

Der Angler war sich keiner Schuld bewusst. Er habe, wie bei seiner Anglerprüfung gelernt, dem Fisch zuvor einen „Hirnschlag" versetzt, bevor er ihn auf den Haken nahm. Und er sei sich ganz sicher gewesen, dass das Rotauge tot war.

„Der Fisch hat gelebt!" Die Aussage eines jungen Polizeibeamten allerdingswar eindeutig. Er sei bei einem Kontrollgang an der Eider auf den Angler getroffen. Nach der Überprüfung des Angelscheins habe er bemerkt, dass eine der drei ausgelegten Angelschnüre sich bewegte. Zunächst dachte er noch „Biß", doch als der Angler sich nicht darum kümmerte, sei ihm der Verdacht gekommen: Lebendköder. Er kontrollierte die Angel und fand das Rotauge am Haken. Der Fisch sei völlig unversehrt gewesen, schnappte nach Luft und wies keinerlei Beschädigungen auf. Der Polizeibeamte, selbst passionierter Angler, schilderte dem Gericht ausführlich, dass ein Fisch nach der Betäubung durch einen „Herzstich" zu töten sei. Aber er wisse leider, dass an Treene und Eider immer wieder mit Lebendködern gefischt werde: Raubfische beißen darauf besser!

Der Fisch muss aus der Betäubung erwacht sein, argumentierte der Verteidiger. Sein Mandant besitze seit 15 Jahren den Angelschein und habe, wie gelernt, am Köderfisch mit einem stumpfen Gegenstand den Hirnschlag vorgenommen. Er regte an, das Verfahren einzustellen. Sein Mandant habe höchstens fahrlässig gehandelt, ein „Vorsatz" liege nicht vor. Im Übrigen sei der Fisch gleich nach der Kontrolle durch die Polizei getötet worden, damit hätte er „keine längere Leidenszeit" gehabt. Nachdem Gericht und Staatsanwalt sich gegen eine Einstellung aussprachen, stellte der Rechtsanwalt eine für ihn interessante Frage: Können Fische Schmerzen empfinden? Dies werde sehr kontrovers diskutiert, ein wissenschaftlicher Beweis liege nicht vor, sagte er. In der Berufsfischerei werde auch kein „Herzstich" durchgeführt und auch Hummer kämen immer noch lebend in heißes Wasser.

Für den Staatsanwalt war jedoch eindeutig, dass der Angeklagte sich schuldig gemacht habe: Er habe dem Köderfisch erhebliche Qualen bereitet, da nach dem „Hirnschlag" nicht der „Herzstich" erfolgt sei. Strafrichterin Dr. Schenke sah es ebenso und verurteilte den Angler zu der Geldstrafe.

 

Ende des Zitats. Natürlich hat ein Angler, der sich nicht an geltende Regeln hält, eine Strafe verdient. In jeden Fall ist dies aber ein guter Anlaß, nochmals deutlich darauf hinzuweisen, daß im LSFV organisierte Angler sich bei uns rechtlich beraten und durch unseren Rechtsanwalt erforderlichenfalls auch vor Gericht vertreten lassen können. Die Mitgliedschaft im LSFV lohnt sich also.
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