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Liebe Angelfreunde,

der LSFV Niedersachsen hat zur DAFV-Mitgliederversammlung 2013 einen Misstrauensantrag gegen die neue DAFV-Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan gestellt. Das niedersächsische Ansinnen sorgt für Nachfragen, auch zu der Position des LSFV Schleswig Holstein. Dazu ist folgendes zu sagen:

Am 22.12.1212 hat der LSFV S-H eine außerordentliche JHV durchgeführt, bei der es ausschließlich um unsere Ausrichtung zu einem neuen gemeinsamen Dachverband ging. Frau Dr. Happach-Kasan war Gast auf dieser Veranstaltung. Allen war bekannt, dass sie die einzige Kandidatin für das Amt des DAFV-Vorsitzes sein würde. Die überwältigende Mehrheit der gut besuchten JHV hat sich klar für einen DAFV ausgesprochen. Das Präsidium des LSFV hat dort, zum wiederholten Male, den klaren Auftrag von den Mitgliedern bekommen, sich für die Fusion von DAV und VDSF einzusetzen.

Bekanntlich gingen die Verschmelzungsgespräche und Abstimmungen in den beiden Dachverbänden dann in die finale Runde und der neue DAFV entstand. Das neu gewählte Präsidium nahm im Frühjahr 2013 seine Arbeit auf, vor einem halben Jahr. Zwei alte Traditionsverbände müssen nun „zusammengebaut“ werden, mit allen ihren Eigenheiten, die sich im Laufe der Jahrzehnte eingeschliffen haben. Das ist eine Aufgabe, die sich nicht ansatzweise in einem halben Jahr erledigen lässt. Und das ist nur eine Aufgabe von vielen. Der neue DAFV hat nicht gerade eine üppige finanzielle Ausstattung. Auch das war vor der Verschmelzung allen klar, wurde auf Versammlungen angesprochen oder in den Medien berichtet. Beide alten Dachverbände hatten in den letzten Jahren ihres Bestehens bereits auf ihre Rücklagen zurückgegriffen. Zu diesem alten Zustand kommt die aktuelle finanzielle Planungsunsicherheit bei dem Thema Einnahmen. Bis heute haben einige Landesverbände nicht erklärt, ob sie nun im neuen DAFV dabei sein wollen oder nicht. Das ist das gute Recht dieser Verbände, aber es erschwert die Zukunftsplanung des neuen Präsidiums erheblich.

Man muss also erst einmal einen harten Sparkurs fahren. Jeder, der schon einmal Sparmaßnahmen in etablierten Vereinen oder Verbänden durchführen musste, weiß wie schwer das ist: „Spart bitte überall, aber nicht in meinem wichtigen Bereich…“ In einem gerade neu „zusammenfusionierten“ Verband mit seinen zahlreichen Sparten ist so ein Sparkurs eine Herkulesaufgabe, um die das neue DAFV Präsidium wahrlich nicht zu beneiden ist.

Jeder Angler weiß, dass zwischen DAV und VDSF zu vielen Themen nicht immer dieselbe Meinung vorherrschte. Das lässt sich nicht von heute auf morgen ändern, das war allen vorher klar. An vielen Positionen muss noch gearbeitet werden. Daher braucht der neue Verband noch Zeit, um sich im Inneren zu finden und dann nach außen hin auszurichten und zu positionieren. Stellt man das Präsidium ständig vor Maximalforderungen und konfrontiert sie dauerhaft mit zahlreichen Anträgen, lässt man ihm zu wenig Luft zum Arbeiten. Konstruktive Kritik ist gut, aber Mitmachen und Einsatz zeigen ist noch besser.

Der DAFV-Vorstand wurde aus vielen Köpfen mit unterschiedlichstem Fachwissen und Fähigkeiten zusammengesetzt. Ein Präsident ist nur so gut wie die Mannschaft insgesamt – alleine wird man an der Spitze nichts. Was soll es bringen, jetzt, nach einem halben Jahr, die Präsidentin abzuwählen. Mit so etwas zerschießt man eventuell das halbe Präsidium. Was ist die Alternative? Welche fachlich und persönlich geeignete Person stellt sich bei solchen Vorzeichen überhaupt noch für ein Ehrenamt im neuen Dachverband zur Verfügung?

Nach unserer Auffassung sollte man der Präsidentin und ihrer Mannschaft erst einmal Zeit geben, etwas zu bewegen. Bei der Jahreshauptversammlung in Saarbrücken wird es viel zu besprechen geben. Auch von uns werden kritische Punkte angesprochen. Wir sind aber nicht im Frühjahr 2013 dem DAFV beigetreten, um ihn dann im Herbst 2013 zu zerlegen. Ein wenig mehr Ruhe, Sachlichkeit und Unterstützung sind bei so einem großen Projekt wichtig.

Peter Heldt