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Vom 13.06 bis 18.06 dieses Jahres fanden die ersten den ganzen Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) umfassenden fischbestandskundlichen Untersuchungen statt. Diese von nun an regelmäßig stattfindenden Untersuchungen werden vom Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. (LSFV) in Absprache mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes organisiert und durchgeführt. Damit erfüllt der LSFV eine der im Pachtvertrag für den ELK festgelegten Verpflichtungen, ohne deren Akzeptanz eine weitere Anpachtung des Gewässers nicht möglich gewesen wäre.

 

Neben der Sammelung von Daten, um einen ersten Einblick in die Artenzusammensetzung und die Altersstruktur der Fischgemeinschaft zu erhalten, war es Ziel der durchgeführten Arbeiten eine geeignete Kombination von Fanggeräten zu finden, die sich unter den speziellen Bedingungen im Elbe-Lübeck-Kanal gut einsetzen lässt und möglichst repräsentative Ergebnisse liefert. Gefischt wurde mit einem leistungsstarken, generatorgetriebenen Elektrofischfanggerät, mit Stellnetzen unterschiedlicher Maschenweite, mit einem engmaschigen Zugnetz sowie mit Reusen unterschiedlicher Bauart. Als am geeignetsten stellte sich die elektrische Uferrandbefischung mit gleichzeitig parallel zum Ufer gestelltem Stellnetz heraus. In jeder Stauhaltung des ELK wurden an mindestens drei Stationen jeweils 150 m Uferstrecke auf diese Weise befischt. Die verwendeten Stellnetze bestanden aus drei verschiedenen Blättern mit den Maschenweiten 32 mm, 60 mm und 80 mm. Weiterhin wurde in jeder Stauhaltung mindestens ein Multimaschenstellnetz über Nacht ausgebracht. In diesen Netzen betrugen die Maschenweiten 10 mm, 36 mm und 60 mm. Zugnetz und Reusen wurden nur in einzelnen Stauhaltungen eingesetzt. Aufgrund des nahezu kastenförmigen Gewässerquerschnitts und der durchgehenden Ufersicherung mit Unterwasserpfahlreihen oder steilen Steinschüttungen aus groben Blocksteinen ließen sich mit diesen Fanggeräten keine guten Ergebnisse erzielen, so dass sie in Zukunft nicht mehr im Rahmen von Standardbefischungen eingesetzt werden sollen.

 

Insgesamt wurden bei den Befischungen 2393 Fische gefangen, vermessen und gewogen. Sie verteilten sich auf 20 verschiedene Arten. Als 21 Art wurde durch einen Totfund der Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella) festgestellt. Das nördlich der Schleuse Oberbüssau gefundene Tier hatte eine Körperlänge von ca. 75 cm und wurde auf ein Lebendgewicht von deutlich über 20 Pfund geschätzt.

 

Die häufigste Fischart im ELK ist eindeutig die Plötze, gefolgt von Flussbarsch, Brassen und Kaulbarsch. Auch der Aal kommt, verglichen mit anderen schleswig-holsteinischen Binnengewässern, noch relativ häufig vor. 115 Tiere mit einem Durchschnittsgewicht von 230 g wurden im Rahmen der Bestandserhebung gefangen. Dabei zeigt die Längenverteilung der Aale eine gewisse Auffälligkeit. In den mittleren Stauhaltungen wurden fast ausschließlich große Aale gefangen. Mit Annäherung an Trave bzw. Elbe nahm dann der Anteil der kleineren Tiere deutlich zu. Offensichtlich ist also die Zuwanderung der Jungtiere im Wesentlichen auf die äußeren Bereiche des ELK begrenzt. Als Ursachen hierfür kommen neben dem ständig rückläufigen Aufkommen an Glas- und Gelbaalen auch die Schleusen als Wanderhindernis in Frage. Nachts, wenn der Aal seine größte Aktivität entwickelt, sind die Schleusen außer Betrieb und können nicht von ihm passiert werden.

 

Betrachtet man die Gewichtsverteilung innerhalb der Fischartengemeinschaft, so ist auch hier die Plötze die dominierende Art. Darauf folgen Brasse, Aal, Karpfen und Zander. Von den beiden letztgenannten Arten wurden jeweils nur wenige Tiere mit allerdings hohem Stückgewicht gefangen. Letztendlich war auch ein Karpfen mit einem Gewicht von etwas über 18 Pfund der schwerste aller gefangener Fische. Zwischen Büssau und Berkenthin wurden einige der in diesem Frühjahr besetzten K 2 wiedergefangen. Die Tiere waren in einem ausgezeichneten Zustand und zeigten ein deutliches Wachstum. Fast die Hälfte der festgestellten Zander wurde nördlich der Schleuse Oberbüssau gefangen. Dort hielten sich die Tiere bevorzugt unmittelbar unterhalb der Schleuse und vor dem Auslauf des Freigerinnes auf. Der größte Zander mit einer Körperlänge von knapp 70 cm wurde allerdings unterhalb der Schleuse Berkenthin gefangen.

 

Erfreulich ist, dass der Ukelei offensichtlich in den meisten Stauhaltungen noch ausreichend große Bestände bildet. Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ist die Bestandsentwicklung dieser Art in vielen Gewässern rückläufig. Häufig sind die Bestände auch ganz verschwunden. Die Ursachen hierfür sind nicht eindeutig geklärt. Von einem Massenvorkommen, dass es früher nach Angaben vieler Angler im ELK gegeben hat, kann heute sicherlich nicht mehr ausgegangen werden. Dennoch fanden sich fast immer einige Tiere in den kleinen Maschen der über Nacht gestellten Stellnetze.
Unklarheit besteht nach wie vor über Verbreitung und Häufigkeit des Rapfens im ELK. Von dieser für größere Flüsse typischen Fischart wurden nur zwei Tiere gefangen, die ohne weiteres aus der Trave bzw. der Elbe eingewandert sein können. Da der Rapfen aufgrund seiner geringen Eignung als Speisefisch auch nur selten gezielt beangelt wird, sind Angaben zu dieser Art in den Fangstatistiken nur spärlich vorhanden.

 

Quappen wurden nur im südlichen Teil des Gewässers gefangen. Dabei handelte es sich allerdings ausschließlich um Jungtiere, die möglicherweise aus Besatzmaßnahmen in mit dem ELK verbundenen Gewässern stammen. Zur Erfassung geschlechtsreifer Tiere sollen in den nächsten Jahren während der Laichzeit in den Wintermonaten gezielt Stellnetzfischereien durchgeführt werden. Nennenswert ist noch der Fang zweier Bitterlinge unterhalb der Palmschleuse in Lauenburg, die vermutlich aus der Elbe eingewandert sind. Einer der schönsten Fische die gefangen wurden, war eine reinrassige Güster mit einer Körperlänge von knapp 40 cm.

 

Zum Abschluss muss betont werden, dass die Ergebnisse der einwöchigen Befischung nur eine erste Momentaufnahme darstellen. Für eine fundierte Beurteilung des Fischbestandes im ELK sind die Fangstatistiken der Angler unverzichtbar. Aus diesem Grund bitten wir noch einmal dringend darum, die Fangstatistiken auf den Erlaubnisscheinen sorgfältig und wahrheitsgemäß auszufüllen und dem LSFV zuzuschicken. Die Auswertung der Fänge von Gemeinschaftsveranstaltungen wird von den meisten Vereinen vorbildlich vorgenommen und stellt bereits einen wichtigen Beitrag zur Fischbestandserhebung und somit zur Hege dar.


Genaue Zahlen können den angefügten Excel-Dateien entnommen werden.

elk_aallaengen.xls
elk_mastertabelle.xls

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