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Plön/Kiel – Die Fischer Gunnar Reese (Plön/Sarlhusen), Rüdiger Lasner (Ascheberg), Sabine und Helmut Schwarten (Eutin/Malente) sowie der Landessportfischerverband (LSFV) Schleswig-Holstein ziehen an einem Strang. Die vier Pächter des Großen Plöner Sees einigten sich mit dem Beginn des nächsten Jahres auf eine einzige Angelkarte für Schleswig-Holsteins größten Binnensee und den Bischofssee. Das teilte LSFV-Präsident Ernst Labbow am Freitag in Kiel mit.

Die neue Regelung soll zunächst für ein Jahr gelten, sagte Labbow. Danach wollten sich alle beteiligten Pächter erneut an einen Tisch setzen, um über eine Fortsetzung des Projektes zu sprechen. Der Vorteil für die Angler: Sie bezahlen derzeit für eine Jahresangelkarte für den Großen Plöner See (ohne Bischofssee) 225 Euro. Künftig müssen dafür nur noch 110 Euro im Jahr bezahlt werden – inklusive Bischofssee. Wer allerdings zusätzlich auch nachts angeln will, der muss dafür pauschal 50 Euro im Jahr zahlen.

Neu ist auch, dass es für den mit 2.500 Hektar nutzbarer Fläche größten Binnensee Schleswig-Holsteins Tages- (6 Euro) und Wochenangelkarten (30 Euro) gibt. Nachtangelzuschläge betragen 4 oder 15 Euro. Eine weitere zusätzliche Angelwoche auf dem Großen Plöner See und dem Bischofssee kostet nur noch 15 Euro (Nachtangeln 7,50 Euro). „Wir werden damit dem Angeltourismus gerecht“, freute sich Labbow. Neu sei auch, dass alle organisierten und auch nicht organisierte Angler zugelassen werden. Erforderlich sei jedoch ein gültiger Fischereischein. Labbow legte besonderen Wert auf die Feststellung, dass die am Großen Plöner See ansässigen Angelvereine in Plön und Bosau Jahresangelkarten zu einem Vorzugspreis erhalten.

Angeln war bisher im Großen Plöner See mit vielen Formalitäten verbunden. Neben einer Jahreskarte für „grenzenloses Angeln“ boten die vier Pächter recht unterschiedlich gestaltete Erlaubnisscheine an. „Die vor drei Jahren eingeführte Jahreskarte für den gesamten See wurde jedoch bei den Anglern auf Grund des hohen Preises von 225 Euro kaum nachgefragt“, sagten Fischwirtschaftsmeister Gunnar Reese und Ernst Labbow.

Es musste zudem etwas geschehen, weil die Zahl der Jahreskarten bei allen Pächtern zurückgegangen sei. „Vor allem die Touristen besuchen die anglerisch so interessanten Seen noch zu wenig“, sagte Gunnar Reese. Zur Lösung des Problems habe nun jeder Pächter zur Erreichung des Gesamtzieles einen Teil seiner persönlichen Gestaltungsregeln über Bord geworfen.

Die gemeinsame Angelkarte für das gesamte Gewässer fördere die Akzeptanz und Zufriedenheit bei den Anglern, hoffen alle Beteiligten. Damit, so Reese, werde auch das bisherige Problem der unklaren Grenzen der einzelnen Sektoren auf dem See beendet. Probleme hatten sowohl Einheimische aber auch ganz besonders Angelurlauber. Und gerade die Touristen soll die neue Regelung stärker ansprechen und ihnen die Beschaffung der Angelkarte erleichtern.

Ab 2006 werden Angler die Erlaubniskarten bei jedem Berufsfischer, dem LSFV oder in örtlichen Ausgabestellen erhalten. Die Möglichkeit einer Bestellung über das Internet werde ebenso überlegt wie eine Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband. Ob hier eventuell sogar Fördergelder für ein Pilotprojekt eingeworben werden könnten, werde geprüft. Doch die Pläne der Angel- und Binnenfischer gehen noch weiter. „Wir müssen den Naturpark Holsteinische Schweiz für Angler interessanter machen“, meinen Reese und Labbow übereinstimmend. Deshalb sei eine einzige Angelkarte für gleich mehrere Gewässer sinnvoll. So könnten die Schwentine oder andere Seen der Region in das touristische Konzept für die Angler einbezogen werden.

Auch bei den Anliegergemeinden dürfte die Idee – genauso wie beim Kreis Plön – auf Gegenliebe stoßen. „Wir wollen jedoch klein anfangen und die Karte vorerst auf den Großen Plöner See beschränken,“ sagte Ernst Labbow. Und weiter: „Wenn die Aktion positiv verläuft, können wir uns eine Ausdehnung auf weitere Gebiete vorstellen".
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