Unter "Jugendtermine" und "Verbandstermine" stehen Einladungen zu Jugendveranstaltungen als Dateien zur Verfügung.

Bad Salzuflen – Elf Delegierte des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein nahmen an der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Sportfischer (VDSF) in Bad Salzuflen teil. Sie erlebten einen fachkompetenten Vortrag vom Verfassungsrechtler Prof. Dr. Rüdiger Zuck aus Stuttgart über die Wasserkraft und die Möglichkeiten der Fischerei zum Schutz der Fische, kompetente Grußworte hochrangiger Politiker und schnell abgehandelte Regularien. Im Mittelpunkt stand der Gedankenaustausch über die Landesgrenzen hinweg.

Die Nordrhein-Westfälische Regierungspräsidentin, Marianne Thomann-Stahl berichtete, dass in Nordrhein-Westfalen etwa 260.000 gültige Fischereischeine im Umlauf sind. Sie lobte die gute Arbeit der Angler bei der Aus- und Weiterbildung wo auch stets der Naturschutz einbezogen werde. Als Probleme der Angler erkannte die Regierungspräsidentin die Kormorane mit bereits 800 (!) Paaren in Nordrhein-Westfalen sowie den Wasserkraftwerken. Dabei gebe es oft konkurrierende Ansprüche. Die Landesregierung wolle die beteiligten Gruppierungen zusammenführen.

Jochen Borchert, Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes, stellte die vielen Gemeinsamkeiten und die enge Verbundenheit von Anglern und Jägern in Deutschland heraus. Beide Verbände lebten den Tier- und Artenschutz – und das nicht nur in ihren Statuten. Angler und Jäger, so Borchert, vertreten ihre Interessen schon gemeinsam – und dabei sei eine nachhaltige Nutzung von Kulturgütern garantiert. Borchert: „300.000 Jäger und fast 700.000 Angler bekommen allerdings nicht immer die Anerkennung, die sie verdienen.“ Sie würden sogar für die Zerstörung von Natur verantwortlich gemacht. Die Zählung der Kormorane durch den VDSF liefere verlässliche Daten für beste Argumente.

Borchert, einst Bundeslandwirtschaftsminister, warb für das „Aktionsbündnis Forum Natur“, in dem auch der VDSF mitwirken wird. 6 Millionen darin involvierte Menschen sorgten für eine starke Allianz. Es werde damit ein seriöser Weg beschritten – vertrauensvoll, ehrlich und fair in der Sache sowie mit einem harten Dialog. Ein neues Projekt der Jäger sei eine eigene Stiftung „Natur und Mensch gemeinsam für den Naturschutz“. Damit sollten Initiativen für den Erhalt der Natur unterstützt und gefördert werden.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan sah die Arbeit der Angler als sehr wichtig an. Sie seien Schützer und Nutzer der Natur und arbeiteten Hand in Hand, was noch mehr in der Gesellschaft vermittelt werden müsste. Die Angler hätten erheblich zur Verbesserung des Lebensraumes Natur beigetragen. Glasaale dürften aber nicht nach Asien gelangen. So habe auch die kleine Wasserkraft eine große Bedeutung für die Angler. Zum Kormoran sagte Happach-Kasan: „Wir müssen es schaffen, das deutsche Interessen in Brüssel noch mehr Beachtung finden.“

Dem VDSF gehören 674.222 Mitglieder in 24 Verbänden an. Der größte Landesverband kommt mit 132.259 Mitgliedern aus Bayern. Danach kommen Niedersachsen (92.073), Westfalen und Lippe (58.797), Weser-Ems (51.184), Mecklenburg-Vorpommern (48.357) und Schleswig-Holstein (41.572) an sechster Stelle. Nach dem Haushaltsvoranschlag gibt der VDSF im nächsten Jahr rund 1.612.000 Euro aus. Dabei haben die Personalkosten mit rund 400.000 Euro den Löwenanteil – gefolgt von Versicherungen (150.000) sowie Messen und Ausstellungen (135.000).

In seinem Jahresbericht ging VDSF-Präsident Peter Mohnert aus Naunhof bei Leipzig in Bad Salzuflen auf weiter steigende Mitgliederzahlen ein. Der VDSF habe permanenten Kontakt zu den im Bundestag vertretenen politischen Parteien gehalten. Die Arbeit mit der Bundesregierung hingegen sah Mohnert differenziert. Eine sachliche Zusammenarbeit mit Bundesumweltminister Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) habe nicht aufgebaut werden können. Eine zentrale Rolle habe beim VDSF die Wasserkraft gespielt. In einem wissenschaftlichen Leitfaden seien ganze Passagen der VDSF-Zuarbeitung übernommen worden. Das Ziel, den Neubau derartiger Anlagen zu verhindern, sei allerdings nicht erreicht worden.

Für die Kormorane forderte Peter Mohnert ein europäisches Kormoran-Management. Ein wichtiger Schritt dahin sei die vom VDSF angestrebte Kormoranzählung. Aus „Europa“ berichtete Mohnert über Programme zum Schutz der Aale oder die Zusammenarbeit im Bereich der Baltischen Anrainer-Staaten. Insgesamt bewertete der VDSF-Präsident die Arbeit in Europa sehr positiv. Auf eine Normalisierung des Verhältnisses zum DAV müsse allerdings weiter gewartet werden. Der VDSF sei für eine Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene ohne Konkurrenzverhalten jederzeit offen. Mohnert: „Alle gegenwärtigen Zeichen lassen jedoch darauf schließen, dass eine solche Zusammenarbeit weiterhin nicht gewünscht wird.“
Impressum