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Kiel/Flintbek – Das Präsidium des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein tagte kürzlich im Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LANU) in Flintbek. Gastgeber war Direktor Wolfgang Vogel. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Information, der Gedankenaustausch, die Diskussion und die Abwägung der künftigen Zusammenarbeit.

Wolfgang Vogel machte deutlich, dass sich gerade bei der aufwändigen Erstellung der Hegepläne vieles vereinfachen lässt. Hegepläne und beizufügende Anlagen könnten wahrscheinlich oftmals um zwei Drittel des bisherigen Umfanges reduziert werden, sagte Vogel und fand damit die Unterstützung des LSFV-Präsidiums um Präsident Ernst Labbow. Beide wiesen darauf hin, dass das dem LANU und dem LSFV vorliegende Datenmaterial bereits sehr gut sei. Die Landesbehörde und der LSFV wollten auf dem weiteren gemeinsamen Weg zum „Digitalen Atlas“ Schleswig-Holstein künftig mit gleicher Geschäftsgrundlage arbeiten. So werde der „Digitale Atlas“ auch zu einer Plattform mit verlässlichen Daten für die LSFV-Mitgliedsvereine.

Mitarbeiter des Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein hielten interessante Vorträge. So wie Arne Drews zum Thema „Monitoring und Bestandsaufnahme“. Es solle eine Datenbank mit 30.000 Datensätzen für geschützte Arten entstehen. Drews stellte fest, dass ohne das Ehrenamt im hauptamtlichen Naturschutz nichts laufe. Dr. Matthias Brunke befasste sich mit der Verknüpfung von Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und EU-Wasserrahmenrichtline. Es gebe viele Gemeinsamkeiten, stellte er fest. Es könnte hier auch Natura 2000 einbezogen werden. Ramon Hiemcke zeigte die bisherigen Möglichkeiten digitaler Datenerfassung und erhoffte sich für das LANU die Unterstützung des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

LSFV-Präsident Ernst Labbow freute sich über den Schulterschluss von LANU und LSFV. Beide könnten voneinander profitieren. Die LSFV-Geschäftsführer wurden vom Präsidum aufgefordert, die Grundlage für eine gemeinsame Vereinbarung zwischen LANU und LSFV vorzubereiten. „Wir können hier durch eine gute Zusammenarbeit viel für unsere über 340 Angelvereine tun“, freute sich Labbow.

Im Anschluss tagte das LSFV-Präsidium alleine weiter. Dabei ging es um die Stellungnahme des LSFV und seiner Kreisverbände zur von Umweltminister Dr. Christian von Boetticher vorgelegten Kormoranverordnung. Offenbar sind die Kreisverbände zufrieden. Es habe nur zwei Reaktionen gegeben, deren Änderungswünsche bereits an das Ministerium weiter gegeben wurden.

Konkret wird die Möglichkeit der Förderung des Aalbesatzes im Elbe-Einzugsgebiet. Die EU hat ein Förderprogramm aufgelegt, dessen finanzieller Umfang hoch ist. Danach zahlt die EU für die nächsten drei Jahre 70 Prozent der Gesamtkosten. Der LSFV müsste die fehlenden 30 Prozent an Eigenmitteln aufbringen – drei Jahre lang jeweils 25.000 Euro. Zum Elbe-Einzugsgebiet gehören der Nord-Ostsee-Kanal mit dem Wittensee und der Elbe-Lübeck-Kanal. Die Berufsfischer haben Zustimmung signalisiert.

In der Präsidiumssitzung ist auch noch einmal die vom 1. März bis 30. April für die von der Europäischen Kommission für die Schleppnetzfischerei verhängte Dorsch-Schonzeit angesprochen worden. Der LSFV hatte seinen Mitgliedern empfohlen, sich freiwillig dieser Schonzeit anzuschließen und im vergangenen Jahr sogar zwei seiner Kutterangeln abgesagt. Es wurde diskutiert, ob Art und Umfang dieser Entscheidung sachgerecht seien. In dem Wissen, dass Laichdorsche nur in Bereichen ab 20 Meter Wassertiefe vorkommen, verständigte sich das Präsidium des LSFV, nun diese Empfehlung lediglich auf das Angeln vom Kutter aus zu beschränken, nicht aber auch auf das Brandungsangeln, bei dem keine Laichdorsche gefangen werden. Auch vor dem Hintergrund der Entwicklung des Angeltourismus ist diese Vorgehensweise vorteilhaft.
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