Fischereiaufseher-Lehrgang: Termin 27.11. findet statt

Leider mußte der für den 06.11. in Kellinghusen geplante FA-Lehrgang wegen eines gesundheitlichen Grundes kurzfristig abgesagt werden. Ersatztermin ist nun der 27.11. Allen angemeldeten Teilnehmern wird geraten, am Vortag nachmittags auf dieser Seite nachzusehen, ob es neue Informationen zu diesem Lehrgang gibt.

Für 2022 versuchen wir wegen des hohen Bedarfes mehr als die üblichen vier Termine organisieren zu können. Die Orte und Zeiten geben wir im Frühjahr über die Seite „Termine“ bekannt.

Auf Anregung des FDP-Abgeordneten Dennys Bornhöft hat der Landtag beschlossen, im kommenden Haushalt 50.000 Euro für die Förderung benachteiligter Kinder einzustellen, die so über den LSFV eine Fischereischeinausbildung erhalten können. Wir freuen uns sehr über diese unerwartete Entscheidung. Es ist so schön, zu erleben, wie (insbesondere in städtischer Umgebung aufwachsende) Kinder am Gewässer die heimische Natur kennenlernen. Und nur wenn sie Natur kennen, können sie sich für deren Schutz einsetzen.

Vor einiger Zeit ging es um Dorsch und Lachs in der Ostsee, nun kommt vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES), wie bereits in den Vorjahren, die Empfehlung an die Europäischen Fischereiminister, den Aalfang komplett zu verbieten.

Natürlich müssen wir bedrohte Arten schützen. Und auch im Fall des Aales ist unser Verband immer bereit, faktenbasierte Gespräche zu führen und gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Aber die immer wieder angedrohten Maximalverbotsmaßnahmen demotivieren und zermürben diejenigen, die sich vor Ort mit den bedrohten Arten beschäftigen.

Bei unserem LSFV Schleswig-Holstein wird seit 2006 der Aalbesatz markiert und die Fänge akribisch ausgewertet. Wir überprüfen kritisch unser Handeln und wollen sicherstellen, dass unsere Besatzmaßnahmen wirklich nachhaltig sind. Unter anderem folgende Fragen stehen dabei im Fokus: Hat Aalbesatz überhaupt Sinn? Ist der Besatz mit Glasaalen oder mit Satzaalen effizienter? Wie entwickeln sich die Bestände? Wieviel Prozent des Bestandes stammen aus unserem Besatz? Diese Fragestellungen werden mit erheblichem Aufwand von den bei uns im Verband angestellten Fischereibiologen bearbeitet. Nur sehr wenige Institutionen verfügen über so ausgezeichnete Datenreihen zu den von ihnen bewirtschafteten Gewässern.

Mittlerweile können wir belegen, dass über 85 % der gefangenen Aale im Nord-Ostsee-Kanal oder im Elbe-Lübeck-Kanal aus unserem Besatz stammen. Folglich werden auch viele der abwandernden Laichaale aus unserem Besatz stammen.

Wir besetzen nur dort, wo die Fische abwandern können. Wir achten darauf, dass die Besatzgewässer eine sehr gute Eignung als Lebensraum für die Aale haben, so dass sie zügig abwachsen können. Da leider bundesweit viele Bäche und Flüsse verbaut sind, gibt es nicht mehr viele solcher Lebensräume für die Aale. Ein Aufstieg für die wenigen natürlich zuwandernden Glasaale ist in vielen mitteleuropäischen Flüssen nicht möglich – und selbst wenn sie es schaffen, werden sie einige Jahre später beim Abstieg in den Turbinen von Wasserkraftanlagen geschreddert.

Wenn der Nachzug von Glasaalen gering ist oder gar ganz wegfällt und wenn wir nicht gezielt in diesen für den Aal guten Lebensraum besetzen, dann kommen aus unserer Region keine Laichtiere mehr.

Der Mensch ist eigennützig! Natürlich wollen wir Angler Aale fangen. Aus den daraus resultierenden Einnahmen (Erlaubnisscheinverkauf, Fischereiabgabe) werden aber ganz viele Projekte für den Aal finanziert. Wer ermöglicht so Besatz und Forschung? Wer kümmert sich in ganz vielen Teilen unseres Landes um diese Art? Wer ist jeden Tag an Bächen, Flüssen und Kanälen präsent und bemerkt Fehlentwicklungen? Es sind die Angler!

Vergrämt man uns nach und nach aus unseren Revieren, bleiben weder dauerhaftes Engagement noch unsere finanziellen Mittel, um etwas für die Aalbestände zu tun. Geht es dem Aalbeständen in Schleswig-Holstein ohne Angler besser? Ich glaube kaum.

Man kann über vieles reden. Höhere Schonmaße, Schonzeiten, Tagesfangbegrenzungen und vieles andere mehr. Aber wo sind denn konkrete Forderungen, Wasserkraftanlagen abzuschalten in der Zeit, in denen Aale wandern? Wo ist die Forderung, endlich die Durchgängigkeit an Fließgewässern umzusetzen? Bei uns sind zahlreiche Gewässer und Sielzüge an der Westküste gepumpt, aber gerade beim Abstieg eben nicht durchgängig. Technische Lösungen dafür kann sich jeder Interessierte in Holland anschauen. Bei uns wird er lange suchen müssen.

Es gäbe also auch genug andere Ansatzpunkte für einen weitergehenden Schutz des Aales. Aber statt hier anzusetzen, erstickt man lieber jede sinnvolle Debatte mit den Akteuren vor Ort, indem man von vornherein einfach und immer wiederkehrend stumpf komplette Fangverbote einfordert. So kommt es nicht zu einem konstruktiven Miteinander, sondern nur zu verhärteten Fronten. Ich würde mir etwas mehr vernünftigen Dialog von allen Seiten wünschen.

Peter Heldt, LSFV Präsident

Stück für Stück wird das Netz barrierefreier Angelplätze in Schleswig-Holstein ausgebaut. Jetzt hat auch Friedrichstadt eine entsprechende Plattform. Gemeinsam mit Sabine Hübner, die sich beim Landessportfischerverband (LSFV) um dieses Thema kümmert, hat Uwe Pries, Vorsitzender des SFV Treene, den Bau realisiert. Unterstützung gab es dabei nicht nur von der Stadt, sondern auch durch finanzielle Beteiligungen der Aktion Mensch und der Fischereiabgabe.

Die Idee hatte der im August 2018 viel zu früh verstorbene Vorsitzende des Kreisanglerverbandes Nordfriesland, Jürgen Töllner, bereits 2014 vorgetragen. Rund zwei Jahre dauerte es, bis ein geeigneter Platz gefunden war. „Ich hätte gern einen barrierefreien Angelplatz an der Treene gesehen, aber trotz intensiver Suche gab es keine geeignete Stelle“, sagt Pries.

Gemeinsam mit Friedrichstadts Bürgermeisterin Christiane Möller-von Lübcke, Tourismusmanagerin Carolin Kühn und Zimmermeisterin Maren Meyer-Kohlus aus Tönning wurde der Bau offiziell eingeweiht. Die Bürgermeisterin dankte allen Beteiligten für die „viele Arbeit und die vielen Mühen“. Und Sabine Hübner betonte, dass die barrierefreien Plattformen, von denen es inzwischen mehr als 15 in Schleswig-Holstein gibt, nicht ausschließlich für Rollstuhlfahrer gedacht seien. Auch Menschen mit Rollator, Gehbehinderung sowie ältere Angler seien ebenso willkommen wie „jeder, der einfach nur am Geländer lehnen und Zeitung lesen möchte.“   Langfristig, so Hübner, soll ein dichtes Netz mit barrierefreien Angelmöglichkeiten entstehen, das für alle Angler – ob mit oder ohne Beeinträchtigung – ein echter Gewinn ist. Sabine Hübner hatte in der Vorbereitung des Projekts rund 400 Personen angeschrieben, um herauszufinden, welche Ansprüche an die Barrierefreiheit bestehen. Dabei ging es von verschiedenen Körperbehinderungen und Sinnesbeeinträchtigungen über psychische Diagnosen bis zu Lernschwierigkeiten. „Diese Plätze sollen definitiv für alle sein“, unterstreicht Hübner einmal mehr.